Die Bronzebüste des 
CICERO rednerpreis zeigt den berühmten Staatsmann und Rhetor "in seinen besten Jahren", so der französische Bildhauer Hubert Floriot. Er schuf die Preisskulptur in Anlehnung an die berühmte klassische Büste im Aspley House, London.

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Die Preisverleihung 2001

 

Am 16. November 2001 zeichneten der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und die Loseblattzeitschrift "Der Reden-Berater" rhetorisch überzeugende Persönlichkeiten mit dem Cicero-Rednerpreis aus. Im ehemaligen Parlamentsgebäude (Wasserwerk Bundeshaus Bonn) nahmen Hans-Olaf Henkel, Honorarprofessor und Vizepräsident des BDI, Miriam Meckel, Professorin für Publizistik und Kommunikationswissenschaften und Regierungssprecherin des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die Schriftstellerin Herta Müller vor 480 Gästen den Preis entgegen.

Professor Dr. Gert Ueding, Jurymitglied und Inhaber des Lehrstuhls für Rhetorik an der Universität Tübingen, erzählte die Anekdote von Phryne anlässlich der Verleihung des Cicero-Rednerpreis 2001 im Bonner Wasserwerk, dem ehemaligen Parlamentsgebäude. Anschließend schlug er den Bogen zur Rhetorik: "Die Beschwörung von Schönheit, Unschuld und Freiheit, die Gérôme in seinem Gemälde so treffend darstellt, muss auch ein Redner in seinen Zuhörern entstehen lassen." Cicero prägte einst den Terminus für dieses Verfahren: Evidenz - und er erläuterte den Begriff mit den Worten "ante oculos ponere" = "vor die Augen stellen". Genau dies hätten laut Ueding auch die diesjährigen Preisträger getan: Sie hätten der Gesellschaft den Spiegel vorgehalten und auf Missstände aufmerksam gemacht.

Klicken Sie hier für den Bericht des WDR über die Preisverleihung 2001 (Video, 2 Min.).

Cicero-Rednerpreis 2001 - Die Preisträger

Preisträger, Juroren und Preisstifter nach dem Festakt im Bonner Wasserwerk*  
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*v.l.n.r.: Vorstand Helmut Graf, Preisträger Hans-Olaf Henkel, Laudator Prof. Gert Ueding, Preisträgerin Miriam Meckel, Preisträgerin Herta Müller, dahinter Chefredakteur "Der Reden-Berater" Friedhelm Franken, Jurymitglieder Astrid v. Salmuth, Herbert Schmülling und Prof. Dr. Bernd Spillner

Prof. Dr. Hans-Olaf Henkel, langjähriger Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie:

In seiner Antrittsvorlesung an der Universität Mannheim sprach Prof. Dr. Hans-Olaf Henkel über die Verbesserung des Wettbewerbs in unserer Gesellschaft und legte zu diesem Thema ein scheinbar simples Rezept vor: "Wir müssen einmal anfangen, uns gegenseitig die Wahrheit zu sagen! Wir leben - so hat es der ehemalige Bürgermeister meiner Heimatstadt Hamburg, Klaus von Dohnanyi, ausgedrückt - in einer '4-Augen-Gesellschaft'. Und wie oft habe ich es erlebt, dass wir uns nur unter 4 Augen die Wahrheit sagen, aber in der Öffentlichkeit die Unwahrheit! Ein Meinungsforschungs-Institut hat herausgefunden, dass in unserem Land mehr Tabus existieren als in jedem anderen Land. Und das nirgendwo eine von der Mehrheit abweichende Meinung so gnadenlos verfolgt wird wie bei uns. Ich habe es selbst immer wieder erfahren müssen."

Prof. Dr. Hans-Olaf Henkel, Helmut Graf, Prof. Dr. Gert Ueding (am Rednerpult)  
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Prof. Dr. Hans-Olaf Henkel in seiner Dankrede:

Henkel schrieb Gerhard Schröder einst ins Stammbuch: "Die Wahrheit ist ein sparsames Gut, aber so sparsam wie Sie darf man nicht damit umgehen".
Henkel über die Redekultur in Deutschland: "Der Vorstand eines deutschen Unternehmens trennt sich eher von seiner Frau als von seinem Redemanuskript".
Henkel über deutsche Wirtschaftsbosse: "Die Einen profitieren von dem, was gesagt wird und bei ihnen ankommt; Andere werden nicht gehört, obwohl sie sagen, worauf es ankommt".

Dankrede von Prof. Dr. Hans-Olaf Henkel
(mp3-Datei (Audio), 1 MB, 13 Min.)


Prof. Dr. Miriam Meckel, Regierungssprecherin der Landesregierung Nordrhein-Westfalens:

Prof. Dr. Miriam Meckel, Helmut Graf, Prof. Dr. Gert Ueding (am Rednerpult)  
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Prof. Dr. Miriam Meckel in ihrer Dankrede:

Miriam Meckel über Frauen und 'Bild': "Laut 'Bild' besitzen Frauen das Plapper-Gen: Sie reden am Tag angeblich 23 000 Wörter; Männer dagegen nur 12 000. Das berechtigt mich doch wohl, jetzt loszulegen".
Miriam Meckel über Original und Fälschung: "Die Fälschung unterscheidet sich vom Original dadurch, dass sie echter aussieht" (zitiert nach Ernst Bloch).
Miriam Meckel über sich selbst und ihr Publikum: "Ich habe jetzt 1235 Wörter gesprochen, das sind 5 Prozent meiner Tagesration. Ich will Ihnen nicht den Rest geben, sondern es für heute dabei belassen".

Dankrede von Prof. Dr. Miriam Meckel
(mp3-Datei (Audio), 2 MB, 18 Min.)


Herta Müller, deutsche Schriftstellerin rumänischer Herkunft

Herta Müller äußert sich in Essays und Artikeln immer wieder über die Problematik des Lebens in einem totalitären Staat, den sie bis zu ihrer Auswanderung 1987 aus Rumänien am eigenen Leib erleben musste. Diese Erfahrung prägt auch ihr Leben im Westen. Herta Müller fordert von unserer Demokratie, ihre Einstellung gegenüber Minderheiten zu überdenken: "Es gibt durch die Beweglichkeit der Welt und durch die vielen Diktaturen, die es jahrzehntelang überall gegeben hat, in jedem Land Minderheiten, es gibt Emigration, es gibt Flüchtlinge, die aus wirtschaftlichen Gründen gekommen sind. Es ist in Bewegung: Jeder Staat hat seinen Bevölkerungsanteil, über den er sich Gedanken machen muss. Ich glaube, in Deutschland muss man sich auch über den Status der türkischen Minderheit Gedanken machen - die ja nicht 'türkische Minderheit' genannt wird. Und das stört mich zum Beispiel hier auch, denn Minderheit ist für mich ein sicheres Wort, da gibt es Gesetze, es gibt Minderheitenstatus, und der beinhaltet ganz konkrete Rechte, die man in dem Moment, in dem sie in Frage gestellt sind, auch einfordern kann. Wenn das Wort nicht an mich gebunden ist, dann kann ich auch nichts mehr fordern, ich bin irgendwo dazwischen, ich bin 'weder noch', und ich glaube, da stellen sich insgesamt auch in Westeuropa viele Fragen."

Herta Müller, Helmut Graf, Prof. Dr. Gert Ueding (am Rednerpult)  
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Herta Müller in ihrer Dankrede:

Herta Müller über Sprache: "Sprache zu haben bedeutet, sich selbst zu haben".
Herta Müller über Sprachkultur: "In Rumänien konnte es keine Sprachkultur geben - in einer Diktatur mit einem Diktator Ceaucescu, der nach nur vier Jahren Schulbesuch selber der Sprache nicht mächtig war".
Herta Müller über Diktatur: "Uns wurde vermittelt, das wir den Mund nicht zum Sprechen, sondern zum Halten benutzen sollten".

Dankrede von Herta Müller
(mp3-Datei (Audio), 1 MB, 7 Min.)


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